Pädagogik, die stärkt.
POSITIVE PÄDAGOGIK IN DER KITA
WAS IST DIE POSITIVE PÄDAGOGIK?
Wenn wir über Pädagogik sprechen, dann meinen wir oft Maßnahmen, Methoden oder Förderung, die jungen Menschen ausreichend Unterstützung geben, damit sie gut in ihr Leben starten können. Dabei achten wir allerdings zu wenig darauf, ob das auch das ist, was ihnen wirklich guttut. Wissenschaftlich belegt ist mittlerweile etwas anderes:
- Kinder lernen gerne (wenn das Setting stimmt).
- Sie befassen sich mit den Themen, die für sie - in ihrer Entwicklung - gerade relevant sind.
- Zwang hemmt die Lernfreude.
Kinder, die sich zu Leistungen gezwungen fühlen, die lernen müssen oder miteinander verglichen werden, lernen vor allem: Ich bin nicht gut so, wie ich bin.
Was richtet das in (jungen) Menschen an, nicht nur kurz-, sondern auch langfristig?
Die Positive Pädagogik lädt zum Perspektivwechsel ein. Sie verbindet wissenschaftliche Erkenntnisse aus Psychologie, Pädagogik und weiteren Disziplinen zu einer Haltung, die den Blick bewusst auf Ressourcen, Beziehungen und Entwicklungsmöglichkeiten richtet.
Grundlagen finden sich unter anderem in der Positiven Psychologie, der Verhaltens- und Pädagogischen Psychologie sowie in pädagogischen Ansätzen wie der Medien-, Erlebnis-, Theater- und Gestaltpädagogik. Ergänzt wird dieser Blick durch Impulse aus der Salutogenese, Neurobiologie, Soziologie und Ethik.
Die Frage lautet also:
Wie können Bildungseinrichtungen Orte für junge Menschen sein, die ihnen Spaß machen und an denen es ihnen gut geht? Orte, an denen sie sich mit ihren individuellen Interessen und Fähigkeiten auf die Art entwickeln können, die ihnen in ihrem Leben - und in Übereinstimmung mit ihrer Umwelt - zugutekommt?
Bildungsorte sind immer nur ein Teil der Lebenswelt eines Kindes. Wir haben direkten Einfluss auf die Gestaltung der Lernumgebung. Doch die tatsächliche Lernwirkung (oder Aneignung) entzieht sich unserer Steuerung. Denn was ein Kind am Ende wirklich mitnimmt, verarbeitet und für sein Leben als bedeutsam abspeichert, ist sein ganz persönlicher, selbstbestimmter Prozess.
Positive Pädagogik bedeutet deshalb, den Alltag so zu gestalten, dass genau diese Erfahrungen möglich werden.
WORUM ES KONKRET GEHT
Positive Pädagogik zeigt sich in der täglichen Haltung:
- den Fokus bewusst auf Stärken statt auf Defizite lenken
- Kinder in ihrer Individualität ernst nehmen
- Beziehungen aktiv und verlässlich gestalten
- Selbstwirksamkeit ermöglichen
- neugierig und offen bleiben, auch in herausfordernden Situationen
- respektvoll mit Grenzen umgehen, die die eigene Integrität und die des Kindes wahren
- sich selbst als Fachkraft mit den eigenen Stärken und Fähigkeiten einbringen
WAS SICH DADURCH VERÄNDERT
Ein ressourcenorientierter Blick hat konkrete Auswirkungen:
- mehr Gelassenheit im Umgang mit herausforderndem Situationen
- klarere pädagogische Haltung im Team
- stärkere Beziehungen zwischen Kindern und Fachkräften
- mehr Freude und Sinn im Arbeitsalltag
- ein Umfeld, in dem sich Kinder als selbstwirksam erleben
LITERATUR ZUM THEMA
Mehr zur praktischen Umsetzung findest du im praxis kompakt von kindergarten heute:
„Positive Pädagogik – Mehr Freude und Gelassenheit im Kita-Alltag“ (überall erhältlich, wo es Bücher gibt)
sowie in der kindergarten heute-Ausgabe 1/2023: Impulse aus der Positiven Pädagogik (erhältlich im Shop von kindergarten heute)














